Die Vendée Globe ist das härteste Segelrennen der Welt: allein, ohne Stopp, ohne Hilfe – einmal um den gesamten Globus. Über 24.000 Seemeilen durch die gefährlichsten Gewässer der Erde. Kein Crewmitglied, keine Ausrüstungshilfe, kein Hafen. Wer dieses Rennen startet, ist für 70 bis 100 Tage komplett auf sich allein gestellt.
In diesem Artikel erfährst du alles: die Geschichte des Rennens, die Strecke, alle Sieger seit 1989, die aktuelle Edition 2024/25 – und warum die Vendée Globe auch für Nicht-Segler zu einem globalen Phänomen geworden ist.
Was ist die Vendée Globe?
Die Vendée Globe ist ein Einhand-Nonstop-Segelrennen um die Welt – solo, ohne Zwischenstopp und ohne jegliche externe Unterstützung. Wer selbst das Segeln erleben möchte, kann mit einem Katamaran-Segelkurs oder einem klassischen Segeltörn starten. Es gilt als das „Mount Everest des Segelns" und findet alle vier Jahre statt. Start und Ziel ist der Hafen Les Sables-d'Olonne im französischen Département Vendée, das dem Rennen seinen Namen gibt.
Gegründet wurde es 1989 von Philippe Jeantot, einem der erfolgreichsten Einhandsegler seiner Zeit. Seitdem hat das Rennen eine Fangemeinde von Millionen Menschen weltweit aufgebaut – und gilt inzwischen als das meistverfolgte Segel-Event der Erde.
Die Strecke: 24.000 Seemeilen durch die härtesten Meere der Welt
Die Route der Vendée Globe führt durch die drei berüchtigtsten Kaps der Welt – Orte, die in der Seefahrt seit Jahrhunderten gefürchtet sind.
Die Vendée Globe 2024/25 – Die aktuelle Edition
Die neunte Ausgabe der Vendée Globe startete am 10. November 2024 in Les Sables-d'Olonne. 40 Skipper gingen ins Rennen – so viele wie nie zuvor. Der Sieger der Edition 2024/25 war Charlie Dalin (Frankreich) auf MACIF Santé Prévoyance, der das Rennen mit einem neuen Weltrekord von 64 Tagen und 19 Stunden abschloss.
Boris Herrmann aus Deutschland zählte erneut zu den prominentesten Teilnehmern. Der Hamburger, der bereits bei der Edition 2020/21 mit einem dramatischen Ziellauf von sich reden machte (Kollision kurz vor dem Ziel, Platz 5), kehrte 2024/25 mit dem Team Malizia zurück.
Die Yachten: IMOCA 60 – Fliegende Rennmaschinen
Alle Skipper starten auf IMOCA-60-Yachten – hochspezialisierte Einrumpfboote mit genau 18,28 Metern Länge. Moderne IMOCA-60er sind mit Foils ausgestattet: seitlichen Tragflächen, die das Boot bei genug Wind buchstäblich aus dem Wasser heben. Die Boote erreichen dann Geschwindigkeiten von über 40 Knoten (74 km/h).
Ein IMOCA-60 kostet zwischen 4 und 6 Millionen Euro – und ist auf ein einziges Ziel ausgelegt: Überleben und Geschwindigkeit im Südlichen Ozean.
Rekord-Entwicklung: So schnell wurde die Vendée Globe
Die Siegzeiten zeigen, wie dramatisch die Boote schneller geworden sind:
* inkl. Zeitbonus für Rettungsaktion bei Kévin Escoffier
Alle Sieger der Vendée Globe seit 1989
Hier findest du alle Sieger auf einen Blick. Klicke auf die Spaltenüberschriften, um die Tabelle zu sortieren:
| Jahr | Sieger | Land | Boot | Zeit (Tage) |
|---|---|---|---|---|
| 1989/90 | Titouan Lamazou | 🇫🇷 Frankreich | Ecureuil d'Aquitaine II | 109,21 |
| 1992/93 | Alain Gautier | 🇫🇷 Frankreich | Bagages Superior | 110,96 |
| 1996/97 | Christophe Auguin | 🇫🇷 Frankreich | Geodis | 105,20 |
| 2000/01 | Michel Desjoyeaux | 🇫🇷 Frankreich | PRB | 93,06 |
| 2004/05 | Vincent Riou | 🇫🇷 Frankreich | PRB | 87,01 |
| 2008/09 | Michel Desjoyeaux | 🇫🇷 Frankreich | Foncia | 84,13 |
| 2012/13 | Francois Gabart | 🇫🇷 Frankreich | MACIF | 78,15 |
| 2016/17 | Armel Le Cleac'h | 🇫🇷 Frankreich | Banque Populaire VIII | 74,13 |
| 2020/21 | Yannick Bestaven | 🇫🇷 Frankreich | Maitre CoQ IV | 80,13 |
| 2024/25 | Charlie Dalin | 🇫🇷 Frankreich | MACIF Sante Prevoyance | 64,82 |
Boris Herrmann und die deutschen Segler
Boris Herrmann ist der bekannteste deutsche Teilnehmer der Vendée Globe-Geschichte. Der in Hamburg lebende Segler hat das Rennen zweimal absolviert und ist damit Deutschlands erfolgreichster Einhandsegler.
Bei der Edition 2020/21 lag Herrmann bis kurz vor dem Ziel auf Platz 4, als sein Boot wenige Stunden vor Les Sables-d'Olonne mit einem Fischerboot kollidierte. Er kam dennoch ins Ziel – als Fünfter. 2024/25 kehrte er mit seinem Boot Malizia – Seaexplorer zurück und bestätigte seinen Status als einer der besten Hochseesegler der Welt.
🧭 Vendée Globe Quiz – Teste dein Wissen!
Was macht die Vendée Globe so faszinierend?
Millionen Menschen verfolgen das Rennen, obwohl sie noch nie gesegelt sind. Warum? Weil die Vendée Globe etwas zeigt, das in unserer durchoptimierten Welt selten geworden ist: echte menschliche Einsamkeit, echte Gefahr, echte Grenzerfahrung.
Die Skipper schlafen nur in 20-Minuten-Intervallen. Sie reparieren ihre Boote mitten im Sturm, allein. Sie treffen in Sekunden Entscheidungen, die über Leben und Tod entscheiden. Und sie tun es freiwillig.
Die Fangemeinde wächst auch dank moderner Tracking-Technologie: Jeder Interessierte kann die Position jedes Skippers in Echtzeit verfolgen. Das Rennen spielt sich im Wohnzimmer ab – während die Skipper 15.000 Kilometer entfernt um ihr Leben kämpfen.
Häufige Fragen zur Vendée Globe
Wie oft findet die Vendée Globe statt?
Wie lange dauert die Vendée Globe?
Was passiert, wenn ein Skipper Hilfe benötigt?
Wer hat die Vendée Globe am häufigsten gewonnen?
Ist die Vendée Globe gefährlich?
Wie kann ich die Vendée Globe verfolgen?
Selbst das Segeln erleben
Die Vendée Globe ist für die meisten von uns ein Traum – aber das Meer muss es nicht bleiben. Auf unseren Segeltoerns erlebst du echte Seemannschaft: Wind, Wellen und die Freiheit des offenen Wassers. Entdecke deinen Segelurlaub bei sailwithus.
